Serge Reggiani
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Übersicht
Serge Reggiani (2. Mai 1922 – 23. Juli 2004) war ein in Italien geborener französischer Sänger und Schauspieler. Er kam in Reggio Emilia, Italien, zur Welt und zog im Alter von acht Jahren mit seinen Eltern nach Frankreich. Viele Jahre lang kämpfte er mit Alkoholismus, der unter anderem durch den Selbstmord seines Sohnes Stephan im Jahr 1980 ausgelöst wurde.
Nach seiner Schauspielausbildung (Conservatoire des arts cinématographiques) wurde er von Jean Cocteau entdeckt und wirkte in einer Kriegsproduktion von „Les Parents terribles“ („Die schrecklichen Eltern“) mit. Während des Zweiten Weltkriegs verließ er Paris, um sich der französischen Résistance anzuschließen.
Sein erster Spielfilm war 1946 mit seiner Rolle in „Les portes de la nuit“ („Die Pforten der Nacht“). Später wirkte er in 80 Filmen mit, darunter „Casque d'or“, „Les Misérables“ (1958), „Tutti a casa“, „Le Doulos“, „Il Gattopardo“, „La terrazza“ und „Der Pianist“ (1998).
Obwohl er als Schauspieler nie den ganz großen Durchbruch schaffte, feierte er 1959 mit seiner Darstellung in Jean-Paul Sartres Stück „Les Séquestrés d'Altona“ einen großen Erfolg im Theater. Bereits 1965, im Alter von 43 Jahren, begann er jedoch eine zweite Karriere als Sänger. Unterstützt wurde er dabei von Simone Signoret und ihrem Ehemann Yves Montand sowie später von der französischen Diva Barbara. Reggiani avancierte zu einem der gefeiertsten Interpreten französischer Chansons, und obwohl er bereits über 40 war, machte ihn sein raues, unkonventionelles Image bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt.
Zu seinen bekanntesten Liedern zählen „Les loups sont entrés dans Paris“ („Die Wölfe sind in Paris eingedrungen“) und „Sarah (La femme qui est dans mon lit)“ („Die Frau in meinem Bett“), letzteres von Georges Moustaki geschrieben. Einer seiner Stammkomponisten war jedoch Boris Vian („Le Déserteur“, „Arthur où t'as mis le corps“, „La Java des bombes atomiques“). Seine jungen Fans identifizierten sich mit seinen linken Idealen und seinem Antimilitarismus, insbesondere während der Studentenrevolten von 1968 in Frankreich. Mit zunehmendem Alter wurde er immer mehr als einer der besten Interpreten des französischen Chansons gefeiert und brachte seinem Publikum auch die Lyrik von Rimbaud, Apollinaire und Prévert näher. 1995 feierte er sein Comeback als Sänger und gab trotz seines angeschlagenen Gesundheitszustands und persönlicher Belastung einige Konzerte. Das letzte fand erst im Frühjahr 2004, dem Jahr seines Todes, statt.
Im späteren Leben widmete er sich der Malerei und stellte seine Werke in mehreren Ausstellungen aus.
Serge Reggiani starb im Alter von 82 Jahren in Paris an einem Herzinfarkt, einen Tag nach dem Tod des bekannten französischen Sängers Sacha Distel. Er ist auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt.